Volltextsuche auf: https://www.meersburg.de
Auf der linken Seite des Bildes erkennt man im Hintergrund die Alte Burg Meersburg. Auf der rechten Seite ist die Unterstadt und der Bodensee zu sehen.

Veranstaltung

Preisverleihung des Droste- und Literaturförderpreises 2024 der Stadt Meersburg

Das Bild zeigt das Gesicht von Esther Kinsky vor einer weißen Wand.
So., 12. Mai 2024
11:00 Uhr

Laudator für Esther Kinsky: Sebastian Guggolz (Berlin)
Laudatorin für Katharina Mevissen: Dr. Katharina Knüppel (Freiburg)
^
Beschreibung

Droste-Preis 2024 an Esther Kinsky
Der Droste-Preis 2024 wird Esther Kinsky verliehen für ein literarisches Werk, das Lyrik, Erzählprosa, Übersetzungen und Essayistik umfasst und das all diese Genres in jedem einzelnen Text aufblitzen lässt. Grenzüberschreitend in gewisser Weise sind auch die Themen des Werks, ob es um die vom Erdbeben verwüstete Bergregion im Friaul (Rombo, 2022), um Schieferabbau auf den Hebriden (Schiefern, 2020) oder um die Renovierung eines Kinos in der ungarischen Provinz (Weiter Sehen, 2023) geht – stets zeugen die Texte sowohl von Forschungsexpeditionen in abseitige Regionen als auch in die terra incognita einer immer wieder neu zu erfindenden Sprache.

Mit Annette von Droste-Hülshoffs Werk verbinden Esther Kinskys Texte die Doppelorientierung auf genaues Sehen und auf eine sich selbst reflektierende, poetische Sprache. Ihr Werk setzt eigenwillige Akzente auf nature writing, wie sie Annette von Droste-Hülshoff gefallen hätten. Beide Autorinnen sehen kritisch und mit einer intellektuellen Schärfe auf ihre Zeit, die sie zwar durch subtile Ironie und sprachliche Brillanz, aber ohne die kleinste Beimischung von Prunk und Pathos abmildern.

Literaturförderpreis 2024 an Katharina Mevissen
Der Meersburger Literaturförderpreis wird an Katharina Mevissen verliehen. Die junge Autorin durchmisst mit ihren Texten den Grenzbereich zwischen Wort und Klang, Schrift und Stimme. Ihr Romandebüt „Ich kann dich hören“ (2019) übersetzt mit einem formal wie inhaltlich bemerkenswerten Zuschnitt auf neuartige Weise die Qualität von Musik, Geräuschen, Sprachfärbung in Schriftsprache. Dabei gelingt es der Autorin, sowohl Mündlichkeit und Abweichung von sprachlicher Norm in den Text zu überführen als auch die körperliche Dimension von gesprochener Sprache buchstäblich erfahrbar zu machen.

Die akustische Ebene von Sprache spielt auch in „Mutters Stimmbruch“ (2023) eine Rolle: Im Zentrum dieser Sammlung von 80 Prosaminiaturen steht die unerhörte Verwandlung einer älteren Frau in einen Bass. Jenseits familiärer Rollenklischees und gesellschaftlicher Normen nimmt sich Mutters unberechenbarer Körper Raum – ob im Wellenbad, in der Telefonzelle oder in einer stillen Silvesternacht. Das prägende Element des Wassers transportiert ein fluides Verständnis von Geschlecht – und einen ebenso poetischen wie unerschrockenen Blick aufs Älterwerden. Dabei verdanken sich der besondere Esprit und Witz dieses beflügelnden Textes einem kindlich-schelmischen beim Wort nehmen von Dingen und Sprache.

^
Veranstaltungsort
^
Hinweise
  • Deutsch
^
Veranstalter
^
Termin in Kalender übernehmen
^
Termin ausdrucken
Direkt nach oben