FOWIK Vortrag: Meersburger Erinnerungen - Kindheit, Jugend und Ausbildung im Pädagogium Meersburg
von Sophie Nessler
Die autobiografischen Bücher ihres Vaters Dr. Bernhard Nessler: "Kindheitserinnerungen aus Meersburg" und "Bildungschancen in der Nachkriegszeit in Südbaden" führen zurück in das Meersburg der 1930er bis 1950er Jahre. Bernhard geboren 1932 in Meersburg wuchs in der Unterstadt auf und erlebte unmittelbar die Veränderung der Seepromenade mit dem aufkommenden Fremdenverkehr. Die letzten Kuhbauern wichen den ersten Gaststätten und Cafés. Eine Bauernwirtschaft war dort nicht mehr möglich, die Familie zog in die Hintere Lehre (heute Lehrenweg) um.
Prägend für den jungen Autor war auch sein Vater Franz Nessler, dessen politisches, wirtschaftliches und soziales Engagement und sein langjähriges Wirken im Dienst der markgräflichen Verwaltung Salem 1964 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt wurde. Die Erinnerungen zeigen zugleich, wie eine dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstehende Familie mit sieben Kindern die Jahre der Diktatur und des Krieges erlebte.
Eine besondere Perspektive eröffnet Bernhard Nesslers Schulbiografie. Er besuchte die Volksschule im Reithof und die Bodenseeschule im Neuen Schloss und erlebte damit Schulen, deren Geschichte von Nationalsozialismus, Krieg und französischer Besatzung geprägt war. Nach der Einnahme Meersburgs durch französische Truppen am 29. April 1945 begann auch im Bildungswesen ein grundlegender Neubeginn.
Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht das Pädagogium Meersburg. Bernhard Nesslers Erinnerungen geben ungewöhnliche Einblicke in die französisch geprägte Schul- und Lehrerbildung der Nachkriegszeit: französische Lehrer und Schulnoten, neue pädagogische Konzepte und bereits 1951 ein Schüleraustausch mit der École Normale de Commercy.
Die Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei. Spenden für die beiden Vereine sind willkommen.