Friedhof mit Ehrengräber

Im Jahr 1682 wurde der Friedhof hier, vor den Toren der Stadt, neu angelegt. Dieser Zeitpunkt ist ungewöhnlich früh, da die Friedhöfe normalerweise erst im 18. Jahrhundert, im Zuge der Aufklärung, von der direkten Nachbarschaft der innerstädtischen Kirchen weg, vor die Stadttore verlegt wurden. Auch in Meersburg befand sich der Friedhof ursprünglich neben der Pfarrkirche.

Es dauerte denn auch bis zur Mitte des 18. Jh., bis die Meersburger Bürger den neuen Gottesacker akzeptiert hatten. Dabei >half< die „Kirchenfabrik“ nach, indem für das Begräbnis auf dem alten Friedhof eine Gebühr von 10 Gulden erhoben wurde, auf dem neuen dagegen keine. So wie sich der Friedhof heute, in Teilen wenigstens, darstellt: in seiner Park ähnlichen Anlage, in der Auswahl der Bäume und Sträucher, geht dies auf Pläne von Franz Sales Meyer zurück, die zu Beginn des 20. Jh. realisiert wurden.

Laßberggruft mit Droste-Grab Auf dem Meersburger Friedhof befinden sich die Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten: so des Arztes Franz Anton Mesmer (†1815), der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (†1848), des Altertumsforschers und Burgbesitzers Joseph Freiherrn von Laßberg (†1855), des Sprachphilosophen Fritz Mauthner (†1923) sowie der Schriftstellerin Harriet Straub (†1945).



Friedhofskapelle

Historische Aufnahme vom Friedhof mit Mesmer-Grabstein und Kapelle Erstmals erwähnt wird die Kapelle Mariä Himmelfahrt, die heutige Friedhofskapelle, die ursprünglich vor den Stadttoren gelegen war, im Jahre 1511. (Erst 1682 wurde der Friedhof hier, in der Nähe der Kapelle, angelegt.) Die spätgotischen Wand-malereien, die ehemals das gesamte Langhaus schmückten, stammen wahrscheinlich aus jener Zeit.

Fürstbischof Jakob Fugger (reg. 1604-1626) weihte die Kapelle 1621 neu, nachdem der einschiffige Bau um den Chor (und den Dachreiter) erweitert worden war. Der Hochaltar, wohl um 1630 entstanden, wird David Zürn oder seiner Werkstatt zugeschrieben.


Die heutige Gestaltung des Innenraumes ist das Ergebnis einer >gründlichen< Restaurierung von 1900/02 durch die Brüder Mezger aus Überlingen - und offenbart in ihrer bunten Pracht deren Vorstellungen von einem gotischen Kirchenraum.


                 



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