Fritz Mauthner (1849 -1923)

mauthner_fritz Der in Horzitz, Böhmen, geborene Sprachphilosoph Fritz Mauthner verbrachte seine Jugendjahre in Prag, lebte auch einige Zeit in Freiburg und ließ sich 1909 im Glaserhäusle in Meersburg nieder. Mauthners philosophisches Werk erstreckt sich von satirischen Parodien über religionskritischen Arbeiten bis hin zu bedeutenden sprachphilosophischen Veröffentlichungen. Erst in letzter Zeit, lange Jahre nach seinem Tod, werden einige seiner vergessenen Schriften in einer kleinen Auswahl wieder angeboten.
Um die Jahrhundertwende zählte Mauthner zu den bekanntesten und bedeutendsten Publizisten der deutschen Literatur, wenn auch von Fachkollegen gern ignoriert. 1903 erschien sein Hauptwerk, eine dreibändige Ausgabe der „Beiträge zur Kritik der Sprache". Der Schriftsteller arbeitete zeitlebens als Privatgelehrter, er hat sein fast klösterlich zu nennendes Leben im Glaserhäusle, wo er auch 1923 starb, häufig als Begründung für ein freies, unabhängiges und schöpferisches Denken hervorgehoben. Beschlossen wurde die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Fritz Mauthner anlässlich seines 70. Geburtstags im Jahr 1919, in Anerkennung seines schriftstellerischen Wirkens. Die Entscheidung des Gemeinderats sollte auf Antrag einer Fraktion ein Jahr später revidiert werden, die „Rücknahme der Verleihung" fand aber im Meersburger Gemeinderat keine Mehrheit. Im Dritten Reich wurde die Ehrenbürgerschaft wegen der Zugehörigkeit Mauthners zum jüdischen Glauben widerrufen. 1949 erwies jedoch der Gemeinderat der Stadt Meersburg anlässlich des 100. Geburtstags Mauthners dieser Persönlichkeit erneute Referenz und würdigte ihn als einen der bedeutendsten Bürger Meersburgs.

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