Weinbaumuseum bekommt Schätze

Im Meersburger Weinbaumuseum in der Vorburggasse kann man jetzt einige wertvolle Ausstellungsstücke mehr bewundern. Durch einen glücklichen Umstand ist es der Stadt Meersburg gelungen, von Küfermeister Rudolf Herter aus Warthausen bei Biberach das gesamte Inventar seines verstorbenen Vaters Alois Herter als Dauerleihgabe zu bekommen. Zu sehen ist ein historisches Verkorkergerät, ein Gerät zum Herstellen und Runden der Hölzer für die Fässer, ein großer Schleifstein und vor allem viele alte hölzerne Hobel der verschiedensten Art, wie ein Ziehhobel oder ein Spundlochhobel, die mindestens schon 100 Jahre alt sind.

Günter Heger als Betreuer des Weinbaumuseums ist sehr glücklich über diese Schätze. "Solche Hobel haben heute einen Wert von 150 bis 200 Euro" ist er sich sicher, ganz abgesehen davon, dass es solch gut erhaltene Exemplare kaum noch gibt. Er wird noch einiges restaurieren, aber der Zustand ist wirklich erstaunlich gut.

Übergabe der alten Küferwerkzeuge im Weinbaumuseum  Gemeinsame Begutachtung der alten Küferwerkzeuge

Rudolf Herter kam mit seiner Ehefrau Irmgard und seiner 86-jährigen Mutter Sofi, die noch genau die harte Arbeit eines Küfers durch ihren Mann Alois kennen gelernt hat und interessant darüber berichten konnte, ins Weinbaumuseum zur Übergabe. Den Kontakt zu Meersburg hat Dr. Martin Fark hergestellt oder vielmehr sein Sohn Cai-Ullrich Fark, der seit 2003 Bürgermeister in der 5.000-Einwohner-Gemeinde Warthausen ist und zu diesem Anlass seine Heimatstadt Meersburg wieder einmal besuchte. Die Herter's, die in der 3. Generation das Küferhandwerk ausgeübt haben, haben so viel Vertrauen zu ihrem Bürgermeister, dass sie auch die Küferwerkzeuge in die rechten Hände geben wollten. Und das Meersburger Weinbaumuseum war für sie der richtige Platz.

Das Weinbaumuseum beherbergt viele Kleinodien, unter anderem das eindrucksvolle Türkenfass und den Heilig-Geist-Torkel von 1607. Daneben gibt es zahlreiche Küferwerkzeuge zu sehen. Viele Touristen stehen ehrfurchtsvoll bei den Stadtführungen vor diesen Geräten einer ehrwürdigen Weinkultur.

Bürgermeisterin Sabine Becker ist sehr glücklich über die Leihgaben und versprach, die Geschenke gut zu bewahren. Über den Winter werden sie noch etwas aufgearbeitet, um sie noch besser präsentieren zu können. Bei einem köstlichen Winzervesper im Museum wurden bei guten Gesprächen die Kontakte noch vertieft und der Meersburger Wein probiert.


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